06Dezember2016

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Im Verbundprojekt SAUBER+ erfolgt eine umfassende Risikocharakterisierung und -bewertung für Mensch und Umwelt und darauf aufbauend ein Risikomanagement für den Eintrag von Schadstoffen und Krankheitserregern aus Pflegeeinrichtungen, Seniorenresidenzen, Hospizen, Ärztehäusern und Kliniken in den Wasserkreislauf. Im Gegensatz zu Emissionen aus Krankenhäusern ist die Relevanz von Einträgen pharmazeutischer Wirkstoffe und Krankheitserregern aus den übrigen Einrichtungen des Gesundheitswesens bis heute unzureichend untersucht. Insbesondere die demografische Entwicklung und die erhöhte Lebenserwartung – die häufig mit der verstärkten Einnahme von Medikamenten verbunden ist – unterstreichen die Bedeutung dieses Themas.

MedikamenteEin wichtiges Ziel dieses Projektes ist daher die Charakterisierung des Risikos durch den Eintrag von pharmazeutischen Wirkstoffen und Krankheitserregern aus unterschiedlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens in die aquatische Umwelt. Die Prüfung und Weiterentwicklung von Technologien und Betriebsstrategien zur Behandlung verschiedener Abwasserströme zielt auf eine umfassende Evaluation sowie die Erleichterung der praktischen Umsetzung ab. Darüber hinaus soll eine Stärkung des Risikobewusstseins in der Gesellschaft und die Initiierung zielgerichteter Verhaltensänderungen erreicht werden.

Arbeitsschwerpunkte:

  • Identifizierung aller maßgeblichen Punktquellen und Bewertung auf der Basis von stofflichen und einrichtungsspezifischen Belastungsdaten.
  • Behandlung der Abwässer mittels eines breiten Spektrums aktuell diskutierter und prinzipiell bewährter Technologien: Membranbioreaktor, Ozonung, UV-Bestrahlung, Aktivkohleadsorption. Dabei erfolgt eine innovative Weiterentwicklung der verwendeten Techniken für eine bestmögliche Anwendung.
  • Vermittlung zentraler Projektergebnisse an die Nutzer der untersuchten Gesundheitseinrichtungen. Die Inhalte und Formate werden unter Einbindung der Adressaten bzw. ihrer Vertreter erstellt und an ihre besonderen Lebensumstände, wie z.B. Grad der Fremdbetreuung, angepasst.
  • Entwicklung von einrichtungs-, einzugsgebiets- und zielgruppenspezifischer Maßnahmen zur Vermeidung des Eintrags von pharmazeutischen Wirkstoffen und Krankheitserregern in die aquatische Umwelt anhand konkreter Anwendungsfälle. Darauf aufbauend werden allgemein gültige Empfehlungen für Konzepte und Technologien für die separate Behandlung von Abwasser aus Einrichtungen des Gesundheitswesens formuliert.